Lust und Frust in Whangārei

Ich fang mal mit dem Positiven an: wir haben eine schöne Unterkunft hier in Whangārei und mit den Bootsarbeiten geht es auch langsam voran.

Unser AirBnB liegt eigentlich direkt neben dem State Highway #1, der längsten und wichtigsten Bundesstraße in Neuseeland. Trotzdem bekommen wir vom Verkehr kaum etwas mit, denn die Straße verläuft deutlich oberhalb des Grundstücks, das wir nur über eine Serpentine hinunter ins Flusstal erreichen. Das Flüsschen Waiarohia River strömt von Bäumen überdacht direkt unterhalb der Terrasse unserer Unterkunft laut rauschend durch sein felsiges, gewundenes Bett.

Auch wenn es morgens mit 12 Grad durchaus noch frisch ist, nehmen wir den zweiten Kaffee und das Frühstück deshalb gerne auf der Terrasse. Das Feierabendbier dafür dann gern auf einem der inzwischen aufgewärmten Felsen im Fluss (tagsüber hat es etwa 24 Grad).

Im klaren Wasser des Flüsschens können wir Neuseeländische Langflossenaale beobachten. Sie können bis zu 180 cm lang und 25 kg schwer werden, den größten hier schätzen wir auf gut über einen Meter. Die Maorí nennen diesen Aal „Tuna“, er ist als Speise geschätzt, hat aber auch mythische und religiöse Bedeutung.

So zeigt sich das Wasserungeheuer Taniwha (gesprochen Tanifa, wh wird wie f gesprochen, auch in Whangārei) häufig in dieser Form. Fängt man also einen solchen Aal, der andere Merkmale hat, etwa Streifen oder rote Augen, würde bei seiner Tötung ein Fluch auf dem Angler liegen. Wir angeln lieber nicht, sondern beobachten die Aale nur.

Floras Reparaturen sind bei unserer Ankunft wie erwartet noch nicht so suuuper weit, von den im November erteilten Aufträgen ist vieles bisher nicht abgearbeitet. Das ist etwas frustrierend, aber immerhin:
Der Anlasser ist getauscht, der Wärmetauscher ausgebaut (leider hat das Rohrbündel einen Riss), die Motorfüße erneuert, die flexible Wellenkupplung gecheckt (und für noch gut befunden), das Wellenlager erneuert, die Einspritzdüsen geprüft (gut), der Gori-Propeller auseinander genommen und geserviced (war schwierig), der durch nadelkleine Löcher leckende achtere Fäkalientank ausgebaut, ok, dann nehmen wir den vorderen Tank auch noch raus. 9 Seeventile sind bereits (gegen TrueDesign-Komposit-Ventile) getauscht, vier weitere in Arbeit. Mit dem Unterwasserschiff-Coppercoat konnte also noch nicht begonnen werden. Trotz Ansage im November ist das Coppercoat leider auch noch nicht bestellt, da laufen wir jetzt hinterher.

Außerdem bauen wir das Bimini ab, um einen Sturmschaden-Riss reparieren lassen zu können. Die bei SVB in Deutschland bestellte Ankerwinsch hängt noch im Zoll, es beginnt ein intensiver Email-Verkehr mit der neuseeländischen Post und dem Zoll.

Jetzt, wo wir da sind, gehen auch die Handwerker mit neuem Elan ans Werk. Der Turbolader gibt nach intensivem Zureden seinen Widerstand gegen den Ausbau auf, muss aber leider erneuert werden. Beim Wechsel der Anoden bricht ein Flügel am Propeller des Bugstrahlruders ab, das Material ist ziemlich spröde geworden, da steht also auch ein Austausch an. Am Generator zeigt sich, dass der Krümmer sich komplett zugesetzt hat. Der Wasserabscheider hat verdächtige Spuren, das muss näher untersucht werden.

Der Rahmen für die Befestigung der neuen Solarpanele ist noch nicht geschweißt. Mit dem dritten Handwerker der gleichen Firma nehme ich nochmal die Maße auf.

Nebenbei näht Wiebke neue Verdunklungsgardinen für die Achterkoje und wir versuchen das OceanAir Verdunklungsrollo/Fliegengitter für das Luk zu reparieren.

Langweilig wird es also nicht und dieser Kur-Werftaufenthalt hier bei Dockland 5 in Whangārei bedeutet sicher das umfangreichste Refit, das Flora bisher bekommen hat.

Zurück in Neuseeland

Wir sind gut wieder auf der anderen Seite der Erde gelandet. Nur 26 Stunden nach dem Abflug in Hamburg und mit einem kurzen Zwischenstopp in Dubai landen wir in Auckland.

Große Freude: Barbara und Ralph von der Lille Venn sind extra zum Flughafen gekommen um uns zu begrüßen. Mit dem Bus fahren wir zunächst gemeinsam Richtung Stadtzentrum.

Ich beschließe spontan, mit Ralph einen Abstecher zu dem Gebrauchtwagenhändler „Turners“ zu machen. Während Ralph die Formalitäten für den Kauf eines Audi Q3 voranbringt, schaue ich mir das übrige Angebot an. Wir suchen einen kleinen SUV für maximal 6.000 Euro. Ein Nissan Dualis sticht heraus. Den reserviere ich nach einer Probefahrt und gebe gleich eine Prüfung bei „My Auto Shop“ in Auftrag. Die unabhängigen Prüfer werden gleich am nächsten Tag vorbeikommen, um den Wagen für umgerechnet nur etwa 100 € ziemlich umfangreich zu checken.

Und dann geht’s für Wiebke und mich in unsere Unterkunft direkt am Hafen, wo am Abend auch unser Berliner Segelfreund Holger ankommt. Der hatte die gemeinsame Unterkunft gebucht, er ist für drei Wochen in Neuseeland und wir können die letzten Tage vor seinem Rückflug gemeinsam verbringen.

Die externe Prüfung des Autos erweist sich als gute Investition, denn es werden drei verdeckte Mängel entdeckt. Turners sagt zwar zu, diese beseitigen zu wollen, aber am nächsten Tag stellt sich heraus, dass ein dafür erforderliches Teil nicht rechtzeitig in dieser Woche beschafft werden kann. Also neue Suche, diesmal fällt die Wahl auf einen Mitsubishi ASX. Auch der wird wieder von My Auto Shop getestet, die sehr kooperativen Turners übernehmen dafür diesmal die Kosten. Diesmal wird ein Fehler am CV joint entdeckt (einem flexiblen Gelenk an der Antriebswelle). Mit viel Glück kann Turners das Ersatzteil rechtzeitig besorgen und am Samstag einbauen, so dass wir den Wagen dann tatsächlich am Wochenende übernehmen können. Versicherungsabschluss und Ummeldung werden direkt bei Turners gemacht.

Vorher steht für Wiebke, Holger und mich allerdings noch ein Wechsel der Unterkunft an. Die ohnehin schon recht exquisite Unterkunft am direkt am Hafen steht wegen des am Wochenende stattfindenden Sail GP nur bis Freitag zur Verfügung. Wiebke ertrüffelt ein AirBnB in Aucklands beliebtem Stadtteil Ponsonby, mit seinen wunderschönen viktorianischen Holzhäusern und seinen vielen Restaurants und Läden ein spannender Kontrast zu unserer ersten Unterkunft in Downtown.

Den Sail GP erleben wir dann am Sonntag auch noch live. Die foilenden Katamarane fliegen mit bis zu 100 km/h über den Rennkurs. Das hat mit unserer eigenen Art zu segeln zwar so viel (oder wenig) zu tun wie unser neues Auto mit einem Formel1-Boliden, aber faszinierend ist es trotzdem.

Und immerhin schafft das deutsche Boot in seinen beiden Läufen einen dritten und einen zweiten Platz. Das reicht zwar nicht fürs Finale, ist aber trotzdem ein ziemlich gutes Ergebnis. Und mit den Bildern vom schlimmen Crash zwischen dem neuseeländischen und dem französischen Boot beim Rennen am Vortag im Kopf sind wir auch froh, dass es diesmal ohne Kollision abgeht.

Nach dem Rennen treffen wir uns nochmal mit Barbara und Ralph, danach fahren wir mit unserem „neuen“ Auto nach Whangārei. Morgen geht’s dann zurück zur Flora.

Hamburg und Südamerika, die Schweiz und Schweden …, alles an einem Tag.

Die Welt an einem Tag. Und dabei nicht nur schauen, sondern auch schlemmen. Eine kulinarische Weltreise mit nur einigen Schritten verspricht das Miniaturwunderland mit einer Sonderveranstaltung.

Unser Freund Uwe hat uns anlässlich seines Geburtstags zu diesem Event in die Speicherstadt eingeladen. Dort die größte Modelleisenbahn der Welt zu bestaunen ist ohnehin schon klasse, mit Beköstigung dann um so mehr.

Leider, leider kann Uwe dann selbst nicht dabei sein, weil seine Knie-OP dazwischenkommt. Gute Besserung nochmal von hier aus.

Das Miniaturwunderland weiß zu begeistern. Auf über 1.600 qm Modellfläche sind mehr als 16 Kilometer Gleise verbaut, dazu die Gebäudeanzahl einer Kleinstadt und fast 300.000 Figuren. Aber mehr noch als die schiere Größe und Vielfalt fasziniert der Einfallsreichtum und die Kreativität hinsichtlich der Details, die erst bei näherem Hinsehen auffallen. In der Schweiz rollen aus einem verunfallten LKW Käselaibe über die Fahrbahn, im winterlichen Schweden stemmt Pippi Langstrumpf vor der eingeschneiten Villa Kunterbunt ihr Pferd in die Höhe. Im Sonnenblumenfeld versteckt sich ein Liebespaar, darüber schwebt Amor mit Pfeil und Bogen. Die Schokoladenfabrik wirft sogar kleine Täfelchen für die Besucher aus. Skurriles und Witziges verbirgt sich allenthalben. Vom Leuchtturm hinterm Deich schaut Käptn Blaubär auf ein surfendes Känguru. Modellautos sausen kabellos über die Straßen, veranstalten gar ein Formel1 – Rennen mit Überholmanövern. Blaulichter blinken und im Tag-Nacht-Rhythmus verändert sich alle Viertelstunde die Beleuchtung.

In Hamburg brennt das Finanzamt, gibt es Schlagemove an den Landungsbrücken, den Motorradgottesdienst am Michel, die Elbphilharmonie klappt auf Mitmachen-Knopfdruck sogar auf und gibt einen Blick in den großen Konzertsaal frei. Schlepper ziehen einen Tanker unter der Köhlbrandbrücke durch. Am Flughafen versteckt sich unter Flugnummer HH 0004 der Flieger nach „jaaanz weit wech“.

Auch Segler kommen nicht zu kurz: ob mondäne Yachten in Monaco oder einfache Arbeitsboote an der italienischen Küste, ein Gaffelsegler vor Rio oder Shackleton‘s Endurance nebst Beiboot James Caird in der Antarktis, selbst das Forschungsschiff Aldebaran und Boris Hermanns Malizia lassen sich entdecken. Und Fischerboote trotzen im Maßstab 1:87 dem rauen Wetter Patagoniens.

Danke, Uwe!

Als wir nach fast vier Stunden kurz vor Mitternacht das Miniaturwunderland wieder verlassen, zeigt sich die eisbedeckte Elbe mit Flussschifferkirche und dem Michel im Hintergrund dann auch in echter Größe ähnlich magisch beleuchtet und schön wie zuvor die Landschaften im Miniaturformat. Und die Schiffsnamen spannen auch hier draußen den Bogen zwischen der Heimat und der weiten Welt.

Vortrag beim Blauwasserseminar auf der BOOT

Im Januar findet in Düsseldorf jährlich mit der BOOT statt. Mit 1.500 Ausstellern und 200.000 Besuchern ist es die weltgrößte Yacht- und Wassersportmesse.

In den Jahren vor unserer Langfahrt war das für uns natürlich immer ein Riesending. Boote anschauen, vor allem aber Ausrüstung und Zubehör. Außerdem gibt es Bühnen, auf denen Vorträge zu Wassersportthemen gehalten werden. Da konnten wir anderen Seglern lauschen, die über ihre Törns berichteten.

Und dieses Jahr? Haben wir selbst einen Vortrag über unsere inzwischen fast 4 Jahre mit der Flora im Pazifik gehalten. Auf dem Blauwasser-Seminar 2026 (www.blauwasser.de).

Hat richtig Spaß gemacht.

Eisblumen

Eine schöne Überraschung heute früh: Eisblumen an unserem Wintergarten.

Das ist ein seltener gewordener Anblick, denn während sich früher Eisblumen oft INNEN an schlecht isolierenden Einfachverglasungen bildeten, weil die wärmere (und feuchtere) Innenluft an der eiskalten Scheibe gefror, kommt das bei guter Thermo-Verglasung eben kaum mehr vor. An der Dreifach-Verglasung unseres Wintergartens haben sich die Eisblumen deshalb gebildet, weil die äußere Scheibe nach der eiskalten Nacht von etwas wärmerer Alsterluft gestreift wurde. Um kleine Staubpartikel oder Wischlinien vom Fensterputzen herum bilden sich dann Eiskristalle. Dafür gab es offenbar nur ein ganz kleines Temperaturband, denn an allen anderen Fenstern hatten wir keine Eisblumen. Nur im Wintergarten an Fenstern, die keinen Überhang durch das Dach oder die Treppe haben.

Vergängliche Schönheit von kurzer Dauer, inzwischen hat die Sonne die Eisblumen schon wieder komplett weggeschmolzen.

Dänemark über Silvester

Urlaub im Landurlaub. Meine Geschwister haben über Silvester für die Familie ein großes Ferienhaus in Dänemark gemietet. Mit 14 Leuten machen wir es uns dort gemütlich. Lassen uns vom kalten Wind auf langen Strandspaziergängen zerzausen, wärmen uns in der Sauna wieder auf. Spielen, lesen, stricken. Reden.

Der Schnee am letzten Tag ermöglicht nach der Sauna zwar einen Engel auf der Terrasse, macht aber die Heimfahrt ein bisschen tricky. Wir kommen bis Hamburg noch ganz gut durch, danach setzt aber wieder Schneefall ein und lässt es für den Rest der Familie zu einer ziemlich langen Fahrt werden. Immerhin, alle kommen heile an.

Da genießen Wiebke und ich schon einen Glühwein auf unserer tief verschneiten Terrasse im Winter-Wonderland-Hamburg.

Frohes Neues Jahr!

Vorweihnachtszeit in Hamburg, endlich mal wieder auf’s Wasser 😉.

Die festlich beleuchtete Rickmer Rickmers an den Landungsbrücken (auf dem Schiff haben Wiebke und ich 1999 geheiratet). Und im Hintergrund die Elbphilharmonie.

Ein Konzert in der Elphi darf natürlich nicht fehlen, wenn wir schon mal hier sind.

Ebensowenig ein Besuch im Michel …

… und diverse Weihnachtsmarktbesuche mit Familie und Freunden.

Wir kaufen einen Tannenbaum für unsere Wohnung …

… freuen uns am festlichen Schmuck bei Wiebkes Mama in Hoya …

Und wir werden zur Punsch-Rundfahrt im Hamburger Hafen beim Segelverein Hansa eingeladen …

… und, und, und.

Vorweihnachtszeit in Hamburg. Herrlich.

Und was bedeutet das eigentlich? Es bedeutet zunächst mal, dass wir gerade keine exotischen Geschichten zu erzählen oder zu zeigen haben. Und es bedeutet, dass es trotzdem wunderschön für uns ist. Dass wir uns erden können in unserem anderen Zuhause, Wurzeln spüren. Dass wir mit alten (und neuen) Freunden und mit unserer Familie Zeit verbringen dürfen ist auch ein ganz wichtiger Teil unseres Lebens. Und es ist gut zu wissen, dass sie uns in Gedanken auch wieder begleiten werden, wenn wir im Februar zurück auf die andere Seite der Erde reisen.

Von Auckland nach Hamburg, vom Herrn der Ringe zum Weihnachtsmarkt

Emirates fliegt uns von Auckland aus mit nur einem Stop in Dubai nach Hamburg. Bis Dubai geht es erst einmal knapp 18 Stunden durch die Nacht, das ist für Wiebke und mich der bisher jeweils längste Flug unseres bisherigen Lebens. Im Bordkino schaue ich mir alle drei Teile der in Neuseeland gedrehten von „Der Herr der Ringe“-Verfilmung an, jeder Teil dauert rund drei Stunden. Bleibt also noch genug Zeit, um zu schlafen. Nach drei Stunden Aufenthalt in Dubai steigen wir dann ins Flugzeug nach Hamburg. 6 Stunden, im Vergleich also ein kurzer Hüpfer. Unterwegs überfliegen wir während ich wach bin die gebirgigen Wüstengebiete von Irak und Türkei, davor und danach schlafe ich wieder.

Insofern kommen wir doch recht entspannt in Hamburg an. Kaltes Schmuddelwetter empfängt uns, aber schon am Wochenende wird es besser. da können wir sowohl bei Sonnenschein über den Wochenmarkt am Goldbek-Kanal bummeln als auch unserem EDEKA einen Besuch abstatten, um die erste Adventszeit-Grundausstattung zu besorgen:

Und auch ein Besuch auf einem der Weihnachtsmärkte (da waren wir schon seit Jahren nicht mehr) ist drin, wir entscheiden uns für den Weihnachtsmarkt am Landhaus Walter im Stadtpark.

Sehr schön. Auch im neben dem Boot „anderen“ Zuhause. Und schon ist der erste Advent vorbei.

Auf nach Auckland

Auf der Fahrt von Whangārei nach Auckland müssen wir eigentlich keine allzu lange Strecke zurücklegen, es sind ganze 155 km. Trotzdem kündigt uns das Navi eine Fahrzeit von zweieinhalb Stunden an. Die Entfernungen in Neuseeland sollten nicht unterschätzt werden, das Straßennetz ist anders ausgebaut als etwa in Deutschland. So verfügen die Kiwis insgesamt nur über 150 km Autobahn in der Nähe der Städte Auckland, Wellington und Christchurch. Immerhin sind von den 90.000 km Straße fast zwei Drittel asphaltiert. Brücken sind auf Nebenstrecken oft nur einspurig und bedingt durch die Topographie geht es auf den kurvigen Straßen oft steil bergauf und bergab. Auch auf der Staatsstraße #1, auf der wir unterwegs sind. Dafür gibt es aber auch immer wieder schöne Ausblicke:

Zunächst sehr ländlich, wird es etwa 50 Kilometer vor Auckland dann deutlich urbaner. Das Seebad Orewa verfügt über einen breiten Strand, liegt schon im Einzugsgebiet der Großstadt und dient wohl auch als Sommerfrische. Hier machen wir eine kurze Kaffeepause, bevor wir uns in den Großstadtverkehr stürzen, vor dem Jacquie und Phil uns gewarnt haben. Insbesondere die Nord-Süd-Brückenverbindung über den Waitematā Harbour ist ein echtes Nadelöhr. Kommt uns aus Hamburg irgendwie bekannt vor.

Am Ende kommen wir aber am frühen Nachmittag so gut durch, dass wir beschließen, uns vom Fernsehturm aus noch einen Überblick (im Wortsinn) von Stadt, Hafen und den Inseln im vorgelagerten Hauraki Golf zu verschaffen.

Von unserer schönen AirBnb-Unterkunft aus ist es nah hinauf zu diesem Wahrzeichen Aucklands. Aber auch nah hinunter zum Hafen. Vom Balkon aus können wir beides sehen.

Hinauf und hinunter trifft es, vom Höhenprofil erinnert uns Auckland durchaus an San Francisco.

Jetzt also erstmal rauf, und wie! Mit 328 m ist der Sky Tower in Auckland der höchste Fernsehturm der südlichen Hemisphäre. Entsprechend ist der Blick von der Aussichtsplattform wirklich atemberaubend:

Das gilt umso mehr, wenn ich dabei auf einer Glasplatte mit aufgeklebter Weihnachtsdeko stehe und an den eigenen Füßen vorbei nach unten schauen kann. Vor allem, wenn ich dabei noch bedenke, dass etwa 12.700 km genau unter mir Europa liegt, die Leute dort „umgekehrt“ also mit den Füßen zu mir auf der Erde stehen.

☺️

Und wir sind hier her gesegelt. Außen rum und damit um einiges weiter. In sechseinhalb Jahren mit ein paar zusätzlichen Umwegen einmal halb um die Welt. Und Ende der Woche brauchen wir mit dem Flugzeug nur 28 Stunden für die Reise zurück zu einem Heimatbesuch. Wow. Und Prost!